Remote Viewing Akademie
Schulung - Forschung - Beratung

Machbarkeitsstudie für Remote Viewing erstellt

von Manfred Jelinski

Die gute Nachricht ist: endlich wurde am IGPP in Freiburg eine Machbarkeitsstudie für Remote Viewing erstelt.
Hierbei geht es um eine erste Untersuchung, ob eine These so signifikante Resultate bringt, dass man es wagen kann, weitere Forschungen damit zu betreiben.
Das Ergebnis ist ermutigend. Es ergaben sich eindeutig signifikante Abweichungen von der Aussage, die erzielten Treffer würden auf Zufall beruhen.
Die schlechte Nachricht ist: es hat in Deutschland 20 Jahre gedauert, bis diese Studie begonnen wurde.

Durchgeführt wurde die Studie von Maximillian Müller, einem unserer Remote Viewing-Akademie-Absolventen während eines Studienaufenthaltes am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. unter der Aufsicht von Dr. Marc Wittmann. Die komplette Studie ist hier einzusehen:  https://www.anomalistik.de/images/pdf/zfa/zfa2017_12_083_mueller_wittmann.pdf

"Ich würde gern mal eine wissenschaftliche Studie durchführen!", sagte der Psychologie-Student Maximilian Müller während seiner RV-Ausbildung an der RVA anlässlich der für ihn als wissenschaftlich orientierten Menschen überzeugenden Ergebnisse. Und wie es so kommt: Der Wunsch ging in Erfüllung. Während seines Praktikums am IGPP wurde er ermuntert, mit einem eigenen Projekt die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen. Es folgte ein intensiver Mailwechsel mit mir als RV-Ausbilder. Das grundsätzliche Problem war nicht nur, die Komplexität des RV-Vorgangs auf ein Labor-Experiment herunterzubrechen (siehe Anmerkungen in seinem Bericht), sondern sich auch innerhalb der Vorgehensweisen des Instituts zu bewegen.
Im gegebenen Fall bedeutete es, dass Arbeitsweisen des Instituts wie z.B. der Ganzfeld-Effekt übernommen werden mussten, obwohl sie im RV-Ablaufplan nicht enthalten sind.

Aufgrund früherer Forschungen zu diesem Thema am IGPP hatte ich die Befürchtung, dass manche dieser Methoden wenn nicht kontraproduktiv, so doch mindestens wirkungslos sein könnten und nur die Aufmersamkeit des Viewer stören würden, weil er länger tätig sein musste.

Erklärung für RV-Kenner: Ganzfeld bezeichnet einen Versuchsaufbau, in dem der Proband halbe Tischtennisbälle auf die Augen gelegt bekommt und mit rotem Licht angestrahlt wird, sodass durch das einheitliche, konturlose Gesichtsfeld das "mentale Rauschen" verringert werden soll. Die Theorie dahinter ist "dass durch den systematischen Reizentzug das Nervensystem einer Versuchsperson bald automatisch – aktiv nach Reizen sucht und damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass auch schwache Stimuli (wie Signale und Botschaften aus dem eigenen Unterbewusstsein) wahrgenommen werden, die gewöhnlich im normalen sinnlichen Input untergehen."

In vielen Versuchen dazu am IGPP gab es tatsächlich "extrasensorische" Ergebnisse", die zeigten, dass das Gehirn nach einer kurzen Zeit der Langeweile beginnt, nach anderen Reizen zu suchen, die über andere Kanäle herein kommen. Der Nachteil dieser Methode zeigte sich in den Ergebnissen: Die im Innern aufsteigenden Bilder beschäftigten sich zwar mit solchen, die in einem Nebenzimmer anderen Probanden dargeboten wurden, aber auch mit solchen, die nur in der gleichen Kiste lagerten und nicht gezeigt wurden. Das Problem war also die Auswahl.

Das kennen Remote Viewer: Das Gehirn benötigt eine genaue Anweisung, womit es sich beschäftigen soll. Man nennt es Targetformulierung und erstellt diese bevor irgend eine Session mit irgendeinem Viewer angefangen wird. Glücklicherweise griff die sozusagen nachträglich in den Versuchaufbau eingeführte Formulierung und die Ergebnisse wurden signifikant und haben letztlich ausgereicht, auch die Mitarbeiter am Para-Institut zu überzeugen. Es folgte die Veröffentlichung in der Zeitschrift für Anomalistik, Band 17 (2017), S. 83–104.

Das Ergenis der Studie wird auch in der Grenzwissen-Szene wohlwollend aufgenommen.

Details zum Versuch, entnommen der Arbeit von Müller/Wittmann (Copyright/Quelle):

Die sechs Targets



 

 Ich spare mir hier den Ablauf des Versuches. Wie man als RVer sehen kann, haben sich die Probanden an das CRV-Protokoll gehalten:

 und hier eine Stufe 3 auf die Niagara-Fälle, wie sie typisch ist für Beginner.

 

 Hier noch das Endprodukt der wissenschaftlichen Auswertung. Interessant ist, dass die verschiedenen Bilder unterschiedlich gut erkannt wurden.

Wie man in der Studie lesen kann, bleiben Fragen offen, die aus methodischer Sicht gelöst werden müssen (und in einer nächsten vielleicht auch können), die aber einem ausgebildeten Remote Viewer vielleicht zu haarspaltend vorkommen. Zum einen will man noch jeden Effekt ausschalten der irgendeine direkte Informationsübergabe beinhalten lönnte. Zum anderen muss untersucht werden, welchen Einfluss der Ganzfeld-Versuch tatsächlich auf das Ergebnis hatte.

Was RVer viel mehr interessieren würde, nämlich wie trainierte Probanden abschneiden und wie es sich auswirkt, wenn man Real-Life-Targets nimmt, muss weiterhin in die Zukunft verschoben werden. Es muss auch noch ein methodisches Umdenken im Wissenschaftsbetrieb einsetzen. Ein ganzes Universum lässt sich nicht in einem kleinen gekachelten Raum einsperren.

Insgesamt war es vielleicht ein großer Schritt für die Wissenschaft und wir freuen uns mit Maximilian Müller. Andererseits war es ein kleiner Schritt für RVer.

Aber der Anfang ist gemacht. Against all odds. Bravo!