Remote Viewing Akademie
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Kleiner Nachtrag...

Das Beben selbst schienen die Blöcke ja soweit ohne extreme Schäden sehr gut überstanden zu haben. Von eventuell beim Beben geborstenen Rohrleitungen wird man, wenn überhaupt, dann erst hinterher erfahren. Es steht im Hinblick auf eine laufende oder bevorstehende Kernschmelze sowie den zweifellos vorhandenen hohen Druck (Wasserdampf) im RDB zu hoffen, dass dieser während des Bebens nicht allzu stark mechanisch beansprucht oder gar beschädigt wurde. Jede Delle kann in so einer extremen Situation eine Schwachstelle sein. Zum Beispiel könnten der RDB durch Bewegungen an seinen Aufhängungen oder an den angeschweißten Rohrleitungen etwas anreißen und im Extremfall abreißen.
Es gibt einen einzigen Vorteil bei einem Siedewasserreaktor gegenüber einem Druckwasserreaktor. Die Steuerstäbe befinden sich unter dem Kern (Brennelementbündel). Sollten diese Schmelzen, so wird automatisch auch das Neutronengift in den Steuerstäben mit in diese Schmelze einfließen, was helfen wird, die Schmelzmasse, die sich im Extremfall nach unten aus dem RDB (oder besser samt dessen Schmelze) in den Steuerstabantriebsraum frisst, unterkritisch zu halten. Dennoch besteht die Gefahr, dass die Schmelze wieder kritisch wird. Das kann ich aber absolut nicht einschätzen!

Die gemeldete Tatsache, dass die Notstrom- bzw. Notspeisediesel ca. eine Stunde nach dem Beben liefen und dann ausfielen, deutet darauf hin, dass es erst der Tsunami war, der diese außer Funktion setzte. D.h., das dort auch hier konstruktive Mängel (nach modernen Gesichtspunkten) vorhanden sein müssen, da dies ja auch wieder bei allen Blöcken in größeren oder kleineren Maß der Fall war.

Zum Beispiel können die Diesel nicht hoch genug aufgestellt werden.
Im Kernkraftwerk Brokdorf stehen die Diesel z.B. im ersten Stock, so dass das KKW selbst (soweit ich weiß) einige Meter im Wasser stehen könnte.
Solche Bedingungen muss man bei an der Küste gebauten Kernkraftwerken schlicht mit in die Planung einbeziehen. Der Tsumami kann nun aber mit ca. 10 m Höhe auch die Lufteinlässe geflutet haben. Eventuell wurden die Diesel dadurch nicht nur kurzfristig erstickt sondern auch irreparabel beschädigt (Wasser angesaugt). Zudem wäre noch denkbar, dass Kabel in den Kabelkanälen geflutet wurden. Sollten dort offene Klemmstellen (nicht wasserdicht wie z.B. eine Kammschiene) unter Wasser gestanden haben, so hätte der Kurzschluss die Notstromversorgung auch gekillt.

Was die Dieselproblematik angeht, so sollten die bestehenden Anlagen dringend so ausgelegt werden, dass das Notstromdieselgebäude auch von Wasser umspült werden kann ohne dass dies die Funktionsfähigkeit der Diesel beeinträchtigt. Für extreme Fluten müsste man die Ansaugstutzen und Auspuffanlagen wohl mit einem Ventil versehen, wie bei einem U-Bootschnorchel, so dass dieses das Eindringen von Wasser in den Diesel verhindert und dieser nach abebben der Welle sofort wieder gestartet werden kann.

Aber wie gesagt, das sind Lehren, die man hinterher sehr leicht ziehen kann. Hauptproblem in Fukushima ist einfach, dass die Anlage zu alt ist und wohl eher für die Texanische Wüste als für die Pazifikküste gebaut wurde. Sie hat mehrere konstruktive Entwicklungsstufen einfach nicht mitgemacht. Die Dinge von denen ich spreche, sind nicht "nachzurüsten". Das einzig Richtige wäre ein Neubau. Die in Fukushima im Bau befindlichen moderneren Siedewasserreaktoren (ABWR Advanced Boiling Water Reaktor) haben diese Verbesserungen wie z.B. eine Kondensationskammer (ähnlich wie Gundremmingen)bereits, soweit ich das auf den Zeichnungen dieser Anlagen erkennen konnte.

Nochmals Liebe Grüße und hoffen wir das Beste

Marco